ALL THAT BECAUSE HARMONY HIDES
HARM?
Elf Fallbeispiele zum Völkerrecht
Eleven case studies on international law
Das Völkerrecht kommt aus einer extremen Fallhöhe. Es steht viel auf dem Spiel. Um nicht zu sagen: Alles.
Die Werke in diesem Raum übertragen das Prinzip der Dramentheorie auf unser Miteinander. Das Völkerrecht beansprucht die höchste Stufe menschlicher Zivilisation und Ordnung. Wird diese Harmonie gebrochen, droht ein beispielloser Absturz.
ALL THAT BECAUSE HARMONY HIDES HARM? geht dem Dilemma zwischen Idealismus und Realismus nach. Wenn ein System eine makellose Ordnung vorschreibt, ohne die realen Mechanismen von Macht, Egoismus und imperialer Gewalt kontrollieren zu können, werden Zusammenbrüche zum strukturellen Prinzip.
So drängt sich eine fast unheimliche Frage auf:
Ist das HARM in HARMONY am Ende nichts anderes als eine erdrückende linguistische Prophezeiung?
Mit seinem Monumentalwerk Vom Recht des Krieges und des Friedens legte Hugo Grotius vor genau 400 Jahren den Grundstein für das moderne Völkerrecht.
Diese Ausstellung konfrontiert Theorie und Praxis. Elf gegenwärtige Brüche des Völkerrechts werden in seinem tausendseitigen Buch aus dramatischer Höhe zu Fall gebracht. Ihr Aufprall auf dem harten Boden der Realität manifestiert die fundamentale Ohnmacht des geschriebenen Rechts gegenüber der rohen Gewalt von Konflikten.
Der Blick durch gebrochenes Glas offenbart den Blick auf gebrochenes Völkerrecht. Die Exponate konservieren den Moment der Fragmentierung. Zusammenbrüche von Völkern und Staaten, Abbrüche von Verhandlungen, Durchbrüche von Aggressoren – oder ganz einfach ausgedrückt:
Ver-brechen an der Menschlichkeit.
Sie fordern uns auf, die bequemen Idealisierungen über unser harmonisches Miteinander auf Basis vereinbarten Rechts neu zu bewerten.
Der Versuch, die Weltordnung wie ein perfektes, glattes Kunstwerk zu gestalten, ist gescheitert.
Hungry for last food?
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